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Bis ins 18. JahrhundertVorgeschichtliche ZeitIm späteren Teil der Steinzeit hielt der Ackerbau seinen Einzug in unserer Landschaft. Die Spuren der bescheidenen Landwirtschaft dieser Zeit sind heute verschwunden, zugewachsen oder durch landwirtschaftliche Nutzung zerstört. Die Ackerflächen lagen während der vorgeschichtlichen Zeit an den trockenen, sandigen Hängen der Täler. Wahrscheinlich liegen viele unserer heutigen landwirtschaftlichen Nutzflächen an den selben Stellen. Die vorgeschichtlichen Äcker, Wiesen und teilweise auch die Weiden lagen rund um die Bebauung. Die kultivierten Flächen lagen wie Inseln inmitten einer Waldlandschaft. Die Arbeitsgeräte waren einfach: Grabstock, Häufelpflug und Schneidwerkzeug aus Feuerstein. Erst in der Eisenzeit konnte man die Gerätschaften aus Stein durch Eisenwerkzeuge ersetzen. Mittelalter, 16., 17. und 18. JahrhundertDie Urbarmachung im Mittelalter führte dazu, daß sich die gesamten Acker- und Wiesenflächen beträchtlich ausweiteten. Die Landschaft veränderte sich mit der Zeit durch Waldrodungen und Bodenkultivierung. Die Landschaften wuchsen zusammen und die Heide begann sich auszudehnen. Die Höfe wurden teilweise aufgeteilt und dadurch bildeten sich kleinere Dörfer. Eng um die Dorfplätze herum standen die Häuser; daneben lagen eingefriedete Gemüsegärten und Kälberlaufställe. Äcker und Wiesen, das was man als "Innenbesitz" bezeichnete, lagen um das Dorf herum. Zumindest diese Äcker waren sorgsam eingezäunt, um sie gegen weidendes Vieh zu schützen. Die Tiere sollten sich in den Außenbezirken aufhalten; dorthin führten auch die Viehpfade. Bevor die Ernte nicht eingefahren war, lies man das Vieh zur Nachweide nicht auf den "Innenbesitz". Auf Orust konnte das Vieh von Walpurgis bis Allerheiligen im Freien bleiben. Die Einführung des Pfluges (Eisenpflug) im frühen Mittelalter brachte eine große Veränderung des Erscheinungsbildes der Äcker mit sich. Im Unterschied zum Häufelpflug funktionierte der Pflug auf länglichen Äckern besser. Mit ihm konnte man nun die Erdschollen so zueinander pflügen, daß sich kleine Rücken bildeten. Die Äcker, die man auf diese Weise bearbeitete, nannte man "rückige" Äcker. Man tat dies, um sicher zu sein, immer eine Ernte zu bekommen. Gab es einen verregneten Sommer, so waren die diese erhöhten Rücken immer etwas trocken und war der Sommer trocken, so sammelte sich dazwischen doch immer etwas Feuchtigkeit. Derartige Äcker existierten in Bohuslän bis ins 18. Jahrhundert hinein. In Bohuslän war eine einzige Aussaat üblich, d.h. auf einem Acker wurde jedes Jahr dieselbe Frucht angebaut, ohne ihn brachliegen zu lassen. In Verbindung mit einer sehr spärlichen Düngung führte dies auf lange Sicht dazu, daß die Böden ausgelaugt wurden. Im 19. Jahrhundert begann man zu verstehen, wie wichtig es war, daß die Fruchtfolge wechselte. J.F. Hellberg beschrieb im Jahr 1824 die Methode auf Orust: "Die Bestellung des Bodens geschieht auf folgenden Weise. Die alten Äcker werden aufgefüllt, nachdem das Getreide eingebracht worden ist; jedes dritte Jahr wird im Herbst Torf aus den Außenbezirken aufgebracht, der nach dem Auftauen im Frühjahr von den Außenbezirken herbeigeholt wurde. Er wird im Frühjahr kurz vor der Aussaat von Bohnen und Erbsen untergeeggt. Deshalb werden die alten Äcker der Bauern nie unbebaut gelassen; man geht auf eine Weise vor, daß man den Teil, der gedüngt wurde, 2 Jahre lang mit Gerste einsät, das 3. Jahr mit Bohnen und Erbsen in der im vorigen Herbst aufgebrachten Torferde, das 4. Jahr mit Gerste, das 5. und 6. Jahr mit Mischgetreide und danach mit Hafer bis man eine erneute Düngung für notwendig erachtet." Das Winterfutter holte man auf den Heu- und Feuchtwiesen. Die blumenreichen Wiesen der Innenbezirke prägten die damalige Kulturlandschaft auf eine ganz besondere Weise. Die Heuwirtschaft begünstigte viele Pflanzen und Insekten. Auch die Strandwiesen, die sumpfigen Bereiche zwischen trockengelegten Böden und dem Meer, waren wichtig. Sie wurden sowohl für die Heuernte, aber auch als Weiden genutzt. Pehr Kalm berichtet im Jahre 1742, daß: "man einigen Bauern auf Orust nachsagt, daß sie im Winter ihren Schweinen nichts anderes füttern, als dieses salzige Zeug, das sie an den nassen Plätzen mähen, an denen es wächst und das sie dann abgesondert in separaten Häusern trocknen lassen."
"Alle Äcker außer denjenigen auf denen Erbsen und Bohnen gesät werden sollen, pflüge man so tief als möglich, auf daß die frische Erde, die zu Tage tritt, die wohltuende Wirkungen der Luft, der Sonne, des Regens und des Frostes erfahren möge... Die gebräuchlichen Saatregeln sind: Gerste, womit die Hälfte des Ackers bestellt werde, Mischgetreide 1/8, Erbsen und Bohnen 1/10, Roggen und Weizen 1/10, Hafer 1/8 und Kartoffeln 1/20 Teil."
"Wenn das Getreide reift, was für die Herbstsaat meist im Monat Juli und für die Frühjahrssaat im August geschieht, wird es mit der Sense auf ein Art gemäht, daß das geschnittene gegen das noch stehende Getreide fällt..."
"...wonach es das Weibervolk, das dem Manne folgt, aufliest und es zu Garben zusammenbindet, die anschließend zum Trocknen als Hocken aneinandergelehnt werden."
"Danach werden sie in die Scheunen eingebracht und in den Monaten November und Dezember gedroschen."
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