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Kleinbauern, Kätner und Häusler
Im Jahre 1805 gab es 9.022 Einwohner auf Orust. Diese Anzahl hatte sich 75 Jahre später auf 18.129 erhöht. Nachdem sich die meisten aus der Landwirtschaft ernährten, wurde es eng auf der Insel. Diese ständig steigende Bevölkerung führte mit sich, daß die durch Erbteilung stark zersplitterten Höfe noch zusätzlich in noch kleinere Einheiten zerfielen.
"Mantal" und "Hemmanstal" waren Maße für die Größe und die Steuerkraft eines Hofes. Ein Mantal sollte im 16. Jahrhundert nach Abzug der Steuern noch eine Familie ernähren können. Im Jahre 1810 waren 9,7% der Höfe des westlichen Orusts kleiner als 1/8 Mantal. 1865 hatte sich der Anteil solch kleiner Höfe auf 46,3% erhöht. Im Jahre 1900 lag die Anzahl der Kleinbauern auf West-Orust bei 71,6% und dieser Kreis war der zersplittertste in der gesamten Provinz. Auch auf der östlichen Hälfte von Orust lag die Anzahl der kleinen Nutzungseinheiten ziemlich hoch. Viele kultivierten auch neue Flächen. Die Anbaufläche nahm dramatisch zu; von 2.610 Doppelmorgen im Jahr 1805 auf 17.008 Doppelmorgen zum Ende des Jahrhunderts. Ein großer Teil dieser Urbarmachung erfolgte durch Kätner, die die Flächen in den früheren Außenbereichen umbrechen durften. Die Zahl der Kätner, der Häusler und anderer, die kein eigenes Land besaßen, wuchs lawinenartig an. Ein Teil dieser Kätnergrundstücke wurde nur etwa 100 Jahre genutzt. Um die Jahrhundertwende, 1900, verringerte sich der Bevölkerungsdruck, weil viele in die Städte abwanderten oder z.B. nach Amerika emigrierten. Die Katen wurden rückabgewickelt und um das Jahr 1940 war die Epoche der Katen definitiv vorüber. Ein Teil von ihnen dient heute als Sommerresidenz, aber viele wurden verlassen und aufgegeben. Übrig sind heute nur die Grundmauern, Erdkeller und Zäune, verwilderte Fliederbüsche und vielleicht der ein oder andere Obstbaum. Beispiele für solche Katengebiete sind Kultehamn in Långelanda und Storehamn auf dem westlichen Teil Orusts. Nachdem sie früher nur Inseln in einer waldbedeckten Landschaft waren, prägten nun die Anbauflächen das Erscheinungsbild in den Tälern und Ebenen. Auch in den bergigeren Außen-bezirken lichtete sich die Landschaft nachdem die Kätner und Häusler auch kleinere Acker rodeten. Die Gesamtanbaufläche war in Schweden nie wieder so groß, wie um die Jahrhun-dertwende 1900. Das Anwesen des Landpolizeikomissars in Ileberg in der Gemeinde Tegneby hat zur Mitte des 19. Jahrhunderts etwa 12 Kätnern eine Heimat gegeben. Um die Katen alle im Gedächtnis zu behalten, wurde folgender Reim verfaßt: Tor, Antorpen und Bocken,Bredröv, Rabben und Skroppen,Sivern, Blötkärrn und RockaSkeppstaln, Staten und Socka Über die Spitznamen der Knechte hinaus tauchen hier auch die Namen der Katen, wie Antorp, Rabbehed, Sie-versbacken und Blötkärr, sowie des Nachbarhofes Skeppstala auf. ![]() |
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