![]()
![]() |
Du är här:
Das 17. Jahrhundert
Während dem 17. Jahrhundert wurde Schweden eine Großmacht, deren Streben es war, ihren Einfluß nach Westen hin auszudehnen. Neben der Älfsborg-Festung wurde die Hafenstadt Göteborg gegründet.
Während des 17. Jahrhunderts waren die Bewohner Bohusläns von einigen Kriegen oder, wie man hier sagt, von Fehden betroffen. 1658 wurde Bohuslän und einige andere Landstriche Von Schweden erobert. Diese Eroberungen hatten Bestand. Bohuslän war seit dem Mittelalter ein reiches Land, was vorwiegend auf den Fischfang und den Waldbestand zurückzuführen war. Aber 1658 hatten sich die Verhältnisse geändert; der Wald war ausgebeutet, die Fischerei nicht mehr so ergiebig und die Landwirtschaft lag aufgrund der Kriege darnieder. Die ökonomische Entwicklung der Landschaft war ins Stocken geraten. Es war vor allem seine strategische Lage, die Bohuslän für Schweden interessant machte. Der Krieg hatte stark an der schwedischen Staatskasse gezehrt. Man hatte unter anderem Geld von dem reichen Adligen Per Brahe geliehen. Für seine Forderungen bekam er Orust und Tjörn als Pfand und als Zins durfte er von den Vogteien eigene Steuern erheben. Aber sein hohen Besteuerungen weckten bald Irritationen und wurden im Jahr 1674 wieder abgeschafft. Die neue schwedische Obrigkeit war daher auf Orust nicht sehr beliebt. Ab 1669 wurde Orust von schrecklichen Ereignissen im Zusammenhang mit Hexenprozessen erschüttert; diese fanden damals in Schweden aber auch dem übrigen Europa statt. Nach Denunziation und Folter wurden auf Orust zwischen 1670 und 1672 insgesamt 8 Menschen zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Gyldenlöwe-KriegNach 15 Jahren ohne Krieg, was für die „Bohusläner" der damaligen Zeit eine lange Friedensperiode bedeutete, brachen 1675 wieder Feindseligkeiten aus. Dänemark und Norwegen wollten sich die Ländereien zurückholen, die sie zuvor verloren hatten. Nach dem norwegischen Oberbefehlshaber wurde dieser Krieg in Bohuslän als Gyldenlöwe-Krieg bezeichnet. Größere Teile des Landes wurden besetzt. Zwei norwegische Regimenter überwinterten 1677-1678 auf Orust. Die Inselbevölkerung mußte für Essen und Unterkunft einstehen. Mollösund diente für nahezu 500 verletzte und kranke Soldaten als Krankenhaus. Aus einem Steuerregister von 1679 ist zu entnehmen, daß etwa ein Zehntel der Höfe verwüstet war. Das war gewiß ein geringerer Teil, als im Norden Bohusläns, wo nahezu ein Drittel der Höfe vernichtet wurde. Aber die Zahlen sprechen trotzdem eine deutliche Sprache, wie stark die Bevölkerung auf Orust während der Kriegsjahre betroffen war. Die zielgerichtete „Verschwedung", die nach 1680 in Bohuslän einsetzte, wurde hierdurch sicherlich erleichtert. Das Zusammengehörigkeitsgefühl, das es vielleicht vorher zwischen den Leuten aus Bohuslän und den Norwegern gab, endete während der wüsten Besatzung in diesen Kriegsjahren. Für den Einzelnen war es wohl gleichgültig, ob der König nun in Stockholm oder aber in Kopenhagen wohnte. Friede, Sicherheit und vernünftige Steuern waren sicherlich wichtiger. Bei so unsicheren Verhältnissen, Stellung für eine der beiden Seiten zu beziehen, war unnötig, aber auch unklug. Die meisten resonierten wohl, wie der Bauer Anders Reersson auf „Lilla Askerön". In einem Streit mit seinem norwegisch gesinnten Schwager meinte er: „Wer weiß schon, wie sich die hohen Potentaten einigen." Als 1679 die Nachricht kam, daß Friede geschlossen worden war und daß die Truppen Orust verlassen würden, ordnete der norwegische Vogt die Brandschatzung an. Dies bedeutete, daß die Bevölkerung damit bedroht wurde, ihr ganzes Eigentum zu verbrennen, wenn nicht bezahlt wurde. Die Drohung brachte eine erkleckliche Summe. Beim Thing im März 1682 berichteten die Orustbauern über ihre Entbehrungen während den Kriegsjahren, als der norwegische Vogt : „die armen Bauern auf Mark und Bein gemartert habe." Die Plünderungen waren so brutal, daß es ungewiß war, ob man „wieder zu Kräften kommen werde." Durch Steuererleichterungen, eine größere Freizügigkeit bei Schiffahrt und Handel, sowie eine längere Friedenszeit, schien sich Orust aber ziemlich schnell wieder erholt zu haben. Die „Verschwedung" wurde bewußt dadurch beschleunigt, daß man schwedisch sprechende Priester und Beamte einsetzte, und daß man zum schwedischen Recht und zur schwedischen Verwaltung überging. ![]() |
Kontaktuppgifter:
kommun@orust.se |