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Das 18. Jahrhundert
Die schwedische Großmachtszeit endete mit königlicher Alleinherrschaft und mit den vielen Kriegen Karls XII. Bohuslän wurde bis 1720 von verschiedenen Kriegsereignissen heimgesucht. Viele Kriege wurden zur See geführt. Die norwegischen Angriffe wurden von Admiral Peder Tordenskjold angeführt. Die Geschichten über ihn und seinen Widersacher Olof Stromstierna von Käringön sind vielfältig. Über Tordenskjolds Taten in den Gewässern von Orust hat man noch lange berichtet. Wenn man im nördlichen Hafen von Gullholmen festsaß, d.h. mit dem Anker fest hing, sagte man: „Nun hat man den norwegischen Räuber richtig zu fassen gekriegt."
Der Tod Karls XII. in Fredrikshald 1718 hatte das Ende der Großmachtszeit und der Alleinherrschaft zur Folge. 1720 wurde eine neue Verfassung angenommen, die die Macht des Königs zum Reichstag hin verschob. Damit wurde die sogenannte Freiheitszeit eingeleitet. Der Bauernstand wurde damals von dem Sprecher Jacob Olsson aus Hästekälla in der Gemeinde Morlanda angeführt. Er war einer derjenigen, die die neue Verfassung unterzeichneten. Seine holperige Unterschrift ist nachfolgend wiedergegeben.
Erbteilung und WaldzerstörungDie Bevölkerung nahm danach stetig zu. Die Höfe wurden aufgeteilt (Erbteilung); dies brachte aber mit sich, daß die Zahl der Anteile zunahm, gleichzeitig aber die Fläche der einzelnen Teile kleiner wurde. Die lange übliche Aufteilung der Äcker und Wiesen führte schließlich dazu, daß man sich dem Punkt näherte, was die Erde im Verhältnis zur Bevölkerungszahl überhaupt hervorbringen konnte. Die Ertragsspanne war gering und Mißernten bedeuteten eine Katastrophe. Viele, vor allem aus den Küstenorten, kombinierten die Landwirtschaft mit der Fischerei, Seefahrt oder dem Bootsbau. Das Besiedelungsmuster auf Orust war im 18. Jahrhundert dasselbe, wie wir es auch heute noch haben. Die zentralen Täler waren die Herzpunkte der Landwirtschaft. Entlang der südlichen und westlichen Küste gab es kleine, aber auch größere Fischersiedlungen. Während des 18. Jahrhunderts erklang der Warnruf über die Zerstörung des Waldes. Ganz Bohuslän, mit Ausnahme der meist unfruchtbaren Küstenabschnitte, war schon seit Urzeiten mit Laubwald, unter anderem mit Eichen und Buchen, bestanden. Die Eiche war aus vielerlei Gründen begehrt. Der Wald wurde rücksichtslos abgeholzt, ohne ausreichende Sorgfalt auf die Wiederaufforstung zu legen. Der Forschungsreisende und Linné-Schüler Pehr Kalm beschreibt während seiner Reise durch Bohuslän im Jahre 1742 des öfteren die Landschaften, die er sah, als „Skallota Berg" (kahle Felsen). Auf der östlichen Seite von Orust hielt sich der Wald am längsten, aber durch den großen Bevölkerungszuwachs im 18. Jahrhundert wurde auf Orust fast der ganze Wald abgeholzt. Stell Dir vor der Hering kommtDie strengen Handelsrestriktionen, die während des 17. Jahrhunderts, sowohl von den Dänen, als auch von den Schweden eingeführt worden waren, wurden mit der Zeit gelockert. Die Staatsführung erkannte immer mehr die Bedeutung von Bohuslän und versuchte auf unterschiedliche Weise Erwerbszweige, wie die Landwirtschaft und die Fischerei zu fördern und anzukurbeln. Man hoffte sicherlich auch, daß der Hering wiederkommen würde. Diese Hoffnungen wurden auch im Jahre 1752 erfüllt, als dichte Heringsschwärme aus den südlichen Schären gemeldet wurden. Keine andere Heringsperiode war so reich und langandauernd, wie die des 18. Jahrhunderts. Sie wurde auch die „große" Heringsperiode genannt. Auf Orust blühten die kleinen Fischerdörfer auf. Die Bevölkerung nahm rasch zu; besonders im Westen von Orust. Neben Heringssalzereien wurden in den Schären nun auch viele Trankochereien angelegt.
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