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Das 20. Jahrhundert

Die Landwirtschaft war in der frühen Hälfte des 20. Jahrhunderts nach wie vor der wichtigste Erwerbszweig. Über die übliche Getreideproduktion hinaus wurden auch andere Waren nachgefragt. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts begannen viele Bauern vertragsmäßig Erbsen und Gemüse für Hugo Hallgrens Konservenfabrik in Ellös anzubauen. Mit den Erbsendreschern, die von der Konservenfabrik erworben wurden, bekam dieser Vertragsanbau einen großen Aufschwung.

Neue Methoden und Maschinen verringerten den Bedarf an Arbeitskraft. Orust wurde ein Ort mit Bevölkerungsrückgang. Seit dem Jahr 1900 verringerte sich die Bevölkerung unaufhörlich bis zum Jahre 1968. Damals wohnten noch 8.827 Einwohner auf Orust; das bedeutete mehr als eine Halbierung seit der Jahrhundertwende.

Die Frachtschiffahrt nahm im gleichen Maße ab, wie die Landstraßen ausgebaut wurden. Neue Autofähren und der Bau der Skåpesund-Brücke im Jahre 1938 erleichterten darüber hinaus den Verkehr. Den großen Schiffswerften folgten kleinere Werften für Fischerboote und Reparaturen. Nach 1950 begannen einige Werften aufgrund von Anstößen aus Amerika mit Plastikboten zu experimentieren. Dieses glückte und ist auch der Grund dafür, daß heute auf Orust so viele Plastikboote hergestellt werden.

Die Verbindungen wurden beträchtlich verbessert, als die Tjörn-Brücken im Jahr 1960 eingeweiht wurden und als die neue Straße über Henån und die Brücken bei Nötesund im Jahre 1966 fertig wurden. Diese neuen Verbindungen hatten zusammen mit der Industrialisierung zur Folge, daß die Bevölkerungsflucht von Orust stoppte. Der Wohnungsbau kam in Gang und die Hauptorte dehnten sich kräftig aus. Viele Schulen, Dienstleistungsgebäude und andere Geschäfte entstanden in der darauffolgenden Zeit in der ganzen Kommune. In Henån, Svanesund und Ellös gab es nun auch Oberstufenschulen.

Von der Gemeindeversammlung zum Gemeinderat

In der Gemeindeversammlung wurden ursprünglich meist kirchliche Angelegenheiten behandelt, unter anderem die Unterhaltung der Kirche und des Pfarrhofs. Mit der Zeit wurden auch andere Dinge, wie zum Beispiel die Armenversorgung, in der Gemeindeversammlung behandelt.

Mit der Kommunalreform 1862 wurden die Gemeinden in der Provinz zu Landkommunen. Die Gemeindeversammlung wurde durch den Gemeinderat ersetzt. Bis zur Kommunalreform 1952 bestand Orust aus 10 Kommunen.

Neue Gesetze zur sozialen Sicherheit am Beginn des 20. Jahrhunderts und der Beschluß über Gesamtschule oder Grundschule stellten neue Anforderungen an die Kommunen. Die kleinen Kommunen mußten zu größeren Einheiten zusammengehen. Im Jahr 1952 wurde also die Großkommune Morlanda aus den Gemeinden Mollösund, Käringön, Gullholmen und Morlanda gebildet. Gleichzeitig wurden Tegneby, Röra und Stala zu einer Großgemeinde vereinigt. Die Myckleby Kommune wurde aus Långelanda, Torp und Myckleby gebildet. Aber eine erhöhte Zusammenarbeit wurde rasch erforderlich. 1962 gingen Tegneby und Myckleby zusammen und bildeten die „Ost-Orust-Kommune" ("Östra Orust"). Die Vereinigungen wurde am 1. Januar 1971 beendet, als Orust zu einer einzige Kommune zusammenwuchs.

Die Hauptorte der Kommune

Das Zentrum der Ortschaften war früher die Gemeindekirche. Hier wurden alle wichtigen Dinge behandelt und bekannt gemacht. Die Küstengemeinden erhielten natürlich mit dem dort stattfindenden Handel bereits früh eine bedeutende Rolle.

Als das Verbot von Handel und Erwerb in den Landgemeinden in der Mitte des 19. Jahrhunderts aufgehoben wurde, eröffneten mehrere umtriebige Handelsleute Läden und anderen Geschäften auf Orust. Orte wie Assmunderöd, Ilandafors und Kårehogen wurden kleine Zentralorte für ihre Umgebung. Nun sind diese Geschäfte und Betriebe aufgegeben worden und es ist schwer nachzuvollziehen, welche wichtigen Funktionen diese Plätze einmal innehatten.

Die Ortschaften, die heute die Hauptorte der Kommune darstellen, sind dies noch nicht sehr lange. 1975 wurden Henån, Ellös und Svanesund zu Hauptorten für die Dienstleistung in den verschiedenen Kommunalteilen bestimmt.

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