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Das Mittelalter

Nach einem nahezu tausendjährigen Zug durch Europa, kam so allmählich die christliche Lehre auch in den Norden. Dänemarks, Norwegens und Schwedens Regenten schworen ihrem Asenglauben ab und nahmen den christlichen Glauben an. Man datiert den Übergang von der vorgeschichtlichen Zeit in die historische Zeit und das Mittelalter auf das Jahr 1050. Diese Jahreszahl wurde in Anlehnung an den Religionswechsel gewählt, aber es ist auch die Zeit ab dem Jahr 1000, in der wir von einigermaßen stabilen skandinavischen Reichen sprechen können.

Die christliche Lehre breitete sich durch Mission und über die bestehenden Handelskontakte aus, die es mit bereits christianisierten Ländern gab. In Norwegen war es König Olav Tryggvason, der um das Jahr 1000 das Christentum als Religion für die gesamte Bevölkerung anerkannte. Dies ging nicht immer friedlich zu, denn die Religion wurde ein Mittel im Machtkampf zwischen dem König und den örtlichen Anführern. Hierüber berichtet unter anderem Snorre Sturlasson in seinen nordischen Königssagen. In Bohuslän hat das Christentum wahrscheinlich schon während dem 10. Jahrhundert Fuß gefaßt.

Es wird überliefert, daß die Kirche von Tegneby das erste christliche Heiligtum auf Orust und Tjörn war. Man behauptet, daß sie direkt auf einem älteren Kultplatz errichtet worden sei. Teile des Heidentempels sollen in die Wände der allerersten Kirche integriert worden sein.

Die ersten christlichen Kirchen schienen an Plätzen angelegt worden zu sein, die bereits früher kulturelle Zentren dieses Gebiets waren. Sämtliche Gemeindekirchen auf Orust haben oder hatten Grabfelder aus der Eisenzeit in ihrer Nähe. In Myckleby liegen zum Beispiel die Reste eines kleineren Hügelgrabfeldes gleich außerhalb der Friedhofsmauer. Westlich der Kirche von Torp war einmal ein Grabfeld. Genauso deuten die vielen Zeugnisse in der Nähe der Kirchen von Röra und Tegneby darauf hin, daß diese Stätten auch schon vor der Einführung des Christentums von Bedeutung waren.

Die Kirche von Morlanda. Die einzige Kirche auf Orust deren Gebäude mittelalterlichen Ursprungs ist. Ansichtskarte von 1904, Archiv des Malö-Flatö-Heimatvereins
Ein Pergament von 1454 aus dem Archiv des Bohuslän-Museums. Der Brief bescheinigt, daß der Adelsmann Henning Augustin seine Scholle in Kila auf Flatön nebst einem Anteil auf Rapön in der Gemeinde Morlanda an Jon Toressons (Ehefrau) Astrid und deren Sohn Björn Jonsson abgetreten hat, für das was er ihnen für die Höfe Berg und Lunden in der Gemeinde Tegneby schuldig war. Der Brief ist mit einem Siegel bestätigt und datiert auf den St. Botolfstag (17.6.) 1454 Foto: Bo Niklasson, Bohuslänmuseum

Das Holzhaus

Während der späteren Eisenzeit kamen gezimmerte Häuser auf. Diese Bauart hat wahrscheinlich während des frühen Mittelalters die üblichen Langhäuser ersetzt. Diese Holzbautechnik mit all ihren Vorteilen barg jedoch auch eine Begrenzung der Hausgröße in sich; diese ergab sich aus der jeweiligen Stammlänge. Anstelle von einigen wenigen Häusern mit mehreren Funktionen unter demselben Dach, bestand nun jeder Hof aus einer Ansammlung kleinerer Häuser, die alle unterschiedliche Nutzungen hatten.

Die Häuser des Mittelalters auf Orust waren mit hoher Wahrscheinlichkeit ziemlich klein, niedrig und grau. Sie waren aus Rundholz gezimmert und hatten ein Satteldach. Die meisten von ihnen waren sicher Rauchstubenhäuser, d.h. Häuser ohne Zimmerdecken. Im Wohnhaus selbst gab es meist nur einen Raum, die „Stube" (Stuga) und irgendeinen kleineren Vorraum. Mitten im Wohnraum gab es eine Feuerstelle mit offenem Feuer auf einem Felsen. Fenster aus Glas gab es nicht. Das Licht kam durch eine Luke im Dach. Ein gestampfter Lehmboden war sicherlich auch gebräuchlich.

Die Kate Stenlid bei Kåröd in der Gemeinde Myckleby. Ein Rauchstubenhaus mit Strohdach, abgerissen 1907. Foto von 1907, Privateigentum
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