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Die Eisenzeit

Langsam aber sicher änderten sich die Lebensgewohnheiten und die Bronzezeit ging vor etwa 2.500 Jahren in das über, was wir die Eisenzeit nennen. Die sagenumsponnene Wikingerzeit um die Jahre 800 bis 1000 pflegt man zur letzten Periode der Eisenzeit zu rechnen und als Übergang zwischen Frühzeit und historischer Zeit. Die Meeresoberfläche lag einige Meter höher als heute, aber nicht höher, als daß wir nicht leicht die heutigen Küstenkonturen erkennen könnten. Orust war nun eine einzige große Insel mit einem Schärengarten im Westen.

Das Eisen

Das erste Eisen, das in unsere Breitengrade gelangte, war hoch geschätzt und man fand es z.B. neben Gold als dekorative Einlegearbeiten auf importierten Bronzeschwertern. Die Handelskontakte zwischen dem Norden und Europa waren weiterhin rege und über diese verbreitete sich das Eisen schnell auch hier. Die Bewohner des Nordens lernten rasch das Eisen zu bearbeiten und den rohen Eisenbarren zu geschmiedeten Waffen und Werkzeugen, sowie zu reich dekoriertem Geschmeide und Schmuck umzuarbeiten. Das Geschick der Künstler und Handwerker war groß. Durch die umfangreiche Einfuhr von fertigen Gegenständen wurden die Menschen dieser Zeit auch in ihren künstlerischen Ausdrucksformen beeinflußt. Viele der fremden Impulse wurden in die lokale Herstellung übernommen. Einige Funde aus dieser Zeit stammen aus Süd- und Zentraleuropa. Moor-Erz gibt es in großen Mengen in Norwegen, aber auch in Schweden; es wurde bereits früh veredelt. Auf Orust gibt es heute keine besonders auffälligen Moor-Erzvorkommen. Wann genau man hier im Norden herausgefunden hat, daß Seen und Wasserläufe Erz in sich bargen, weiß man nicht, nur daß man bereits früh gelernt hatte, das Eisen zu bearbeiten. Einige Plätze an denen man während der frühen Eisenzeit Eisen herstellte, sind bekannt; auf Orust gibt es jedoch keine.

Da das Eisen in der sauren Erde so schnell zerstört wird, hat man äußerst wenige frühhistorische Gegenstände aus Eisen auf Orust gefunden. Andere Metalle halten sich besser; hier ein Ringkreuz aus Gold, gefunden in Röra in der Gemeinde Stala. Der Ohrschmuck stammt wahrscheinlich aus dem 5. Jahrhundert. Foto: ATA

Veränderte Lebensbedingungen

Zu Beginn der Eisenzeit veränderte sich das Klima erneut. Es gab kältere Winter und höhere Niederschlagsmengen. Dies hat für die damaligen Bauern sicherlich Veränderungen mit sich gebracht. Das Vieh konnte nicht mehr das ganze Jahr über draußen bleiben und mußte im Winter eingestellt werden. Deshalb war es erforderlich, Futter für den Winter zu bevorraten. Seit dieser Zeit, bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Heuwiesen ein wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft. Die zunehmende Kälte muß auch Einfluß auf die Zeiten von Aussaat und Ernte gehabt haben. Trotz diesen Wintern waren Ackerbau und Viehzucht die hauptsächlichen Erwerbszweige. Trockene und sandige Böden, an gut drainierten Hängen, boten die optimale Ackerfläche für die Gerätschaften, die man zur Verfügung hatte. Man pflügte mit dem Häufelpflug. Um mit diesem Gerät ein gutes Ergebnis zu erzielen, pflügte man in zwei Richtungen; das sogenannte Kreuzpflügen. Daraus ergab sich, daß die Äcker eine quadratische Form erhielten. Oft legte man die Äcker auf kleinen Terrassen an. Die Tiere wurden in den Außenbezirken oder auf den feuchten und üppigen Talauen geweidet. Die Häuser lagen im Anschluß an die Äcker. Viel deutet darauf hin, daß man während der Eisenzeit begonnen hat, den Waldbestand an gemischtem Laub- und Kiefernwald zu nutzen. Man rodete den Laubwald in den Tallagen, um den Ackerbau und die Weiden zu fördern. Nachdem der Bedarf an Heuwiesen zunahm, war man gezwungen, die Axt emsig zu schwingen. Die Wälder begannen sich zu lichten und die Heiden breiteten sich bereits während der Eisenzeit aus.

Spange aus Silber; gefunden in der Gemeinde Röra. Die Spange und mehrere kleine Silberschmuckstücke samt Perlen aus Lehm und Bernstein wurden 1848 dem Staatlichen Historischen Museum überlassen. Die Gegenstände sollen den Angaben nach in einem Grabhügel, in einer mit Asche und Knochenstücken gefüllten Lehmurne gefunden worden sein. Zeichnung, entnommen aus „Bohuslän'sche Altertümer aus der Heidenzeit" von Emil Ekhoff

Bebauung

Auf Orust hat man äußerst wenig Überreste von Gebäuden aus der Eisenzeit gefunden. Ein Grund dafür ist wohl, daß man während der Eisenzeit in großem Umfang dieselben Wohnplätze wählte, an denen man auch schon zu früheren Zeiten gewohnt hat. Nachdem Werkzeuge und Späne aus Feuerstein gefunden wurden, wurden diese Plätze als ältere Wohnplätze klassifiziert. Bei den Grabungen bei Nedre Dalen, Allmag, dem Pfarrhaus in Myckleby, Kårehogen und dem Pfarrhaus in Tegneby haben die Archäologen Reste von Häusern aus der Eisenzeit gefunden. An mehreren dieser Plätze haben Menschen auch schon während der Steinzeit gewohnt. Das Langhaus schien damals gebräuchlich gewesen zu sein. Es war ein langer Hauskörper, der sowohl Mensch als auch Tier Platz bot. Das Gerüst bestand aus Holzpfeilern mit Wänden aus Torf oder aber lehmverputzten Wänden. Das Dach wurde mit Schilf, Stroh, Gras oder Torf gedeckt. Ein offener Ofen inmitten des Wohnraums fungierte als Lichtquelle und auch als Kochstelle. Auf Orust gibt es viele Hofnamen, die ihren Ursprung in der Eisenzeit haben; z. B. das auf Orust übliche „Hogen" oder „Hoga". Der Name Vräland hat seine Wurzeln ebenfalls in einer vorhistorischen Bebauung. Bei „Nedre Hoga" in der Gegend von Stala gibt es den einzigen bekanntenRunenstein auf Orust.

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