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Fluchtburgen
Eine andere Art Altertümer mit ihren Wurzeln in der Eisenzeit sind die Fluchtburgen; sie waren aber auch wohl noch in späterer Zeit in Gebrauch. Vielleicht etwas vergessen, liegen die 14 bislang bekannten Fluchtburgen von Orust schwer zugänglich und hoch auf steilen Felsen.
Eine Fluchtburg ist keine große, fest gebaute Burg mit mächtigen Mauern und Wallgräben. Es ist ein Platz auf einem steilen Felsen, wo man mit einfachen Steinmauern die Schluchten und Senken absperren und sich auf den Felsen zurückziehen konnte. Eine andere Bezeichnung der Fluchtburgen ist „Bygdeborgar (Heimatburgen)", was vielleicht etwas über die Erscheinung selbst aussagt. Die Bevölkerung der Gegend konnte hier in Kriegszeiten Schutz suchen. Auf einigen Burgplateaus gibt es Quellwasser, was eine Voraussetzung für die Zufluchtsuchenden war, um eine längere Belagerung zu überstehen. Auf Orust gibt es viele Berge, die sich gut als Zufluchtsorte eignen. Täler, gesäumt von steilen Felsen, von denen aus man einen weiten Blick auf die Umgebung hat. Auf beiden Seiten von „Valldalen" (Tal zwischen Varekil und Henån) liegen mehrere solcher Fluchtburgen. Es ist schwer zu sagen, wann die Fluchtburgen angelegt wurden. 1983 - 1986 wurden 5 dieser Burgen auf Orust untersucht. Man fand dabei Materialien aus der späteren Bronzezeit bis hinein ins Mittelalter. Wie lange die Burgen genutzt wurden, ist schwer zu bestimmen. Eine Mauer an der Fluchtburg in Hällsberg bei Stala kann frühestens im 15. Jahrhundert gebaut worden sein. Nach ihrer Errichtung wurde sie sicherlich auch noch über einen längeren Zeitraum genutzt. Die steilen Felsen mit ihren alten Steinwällen haben oft die Phantasie der Menschen angeregt. Es gibt viele Sagen, die mit diesen Fluchtburgen verknüpft sind. Die folgende schrieb der Pfarrer Johannes Oedmann im Jahre 1746 nieder: Auf Orust wohnten einst mächtige Könige, die zu Felde zogen, d.h. sie betrieben Seeräuberei und allerhand Heerfahrten, bei denen sie mit ständiger Unruhe, Unwesen und mit Krieg das Land und die schön gelegene Insel mit ihren guten Häfen überzogen; denn diese Könige die in früheren Zeiten zu zweit waren und in den zwei Gebieten regierten; der eine im östlichen, der andere im westlichen Bereich) haben von jeher andere beraubt und verängstigt, so daß man die Insel wohl „Oroste Land" = unruhiger Platz oder Ort nennen konnte. An diese Könige erinnern vier Schlösser oder Festungen, die noch durch ihre „Reliquien" und Überreste dort sichtbar sind, wo sie standen, nämlich auf Borrefjäll, Borrevägg, Hitsefjäll und Önnefjäll.
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kommun@orust.se |